Tagesgeld im Ausland – Österreich, Schweiz und Liechtenstein

Tagesgeld ist in Deutschland zu einer interessanten Anlageform gereift. So hat das Tagesgeld in vielen Bereich das Sparbuch verdrängt. Es ist flexibler, bietet oft gleich hohe Zinsen und steht für hohe Sicherheit. Wer sein Geld sicher und flexibel anlegen will, der greift auf das Tagesgeldkonto zurück. Vorteil ist hierbei vor allem, dass bei dieser Geldanlage Ihr gesamtes Kapital jederzeit zur Verfügung steht.


Auch die Einlagensicherung über 100.000 Euro weiß zu überzeugen. Doch natürlich ist Tagesgeld für deutsche Anleger nicht nur im Inland ein interessantes Produkt. Viele Verbraucher blicken auch ins Ausland. Wir werden uns nun die Nationen Österreich, Schweiz und Liechtenstein ein wenig genauer ansehen und liefern dazu kurze und informative Beiträge.

Wie steht es um Tagesgeld in Österreich?

österreich flaggeWir beginnen den Ratgeber mit der einfachsten und nächsten Alternative im Ausland, unser Nachbar Österreich. Neben der regionalen Nähe ist natürlich auch hervorzuheben, dass Österreich, im Gegensatz zu der Schweiz und Liechtenstein, der EU angehört, was einige Dinge erleichtert. Sie können das Konto dabei denkbar einfach eröffnen. Heutzutage wird dies über Online-Formulare vorgenommen, die Sie im Internet ausfüllen können.

Für eine persönliche Identifikation ist dennoch Briefverkehr vonnöten. Der Aufwand hält sich also sehr stark in Grenzen. Versteuern müssen Sie die Zinsgewinne jedoch trotzdem. Der aktuelle Fall einer Steuerhinterziehung verdeutlicht dies wieder, auch in Hinblick auf eine Geldanlage in der Schweiz.

Wo liegen die Vorteile von Tagesgeldkonten in Österreich?

euro tagesgeld

Auch in Österreich bieten immer mehr Banken Tagesgeldkonten an

Dahingehend müssen wir Sie an dieser Stelle ein wenig enttäuschen. Wenn Sie einen Vergleich der Zinsen vornehmen, so werden Sie feststellen, dass ausländischen Aktivitäten nicht immer größere Gewinne folgen. Soll heißen: Der Markt der deutschen und österreichischen Banken unterscheidet sich nicht sonderlich stark. Ein Vergleich soll dies verdeutlichen.

Anfang April 2014 versprechen die drei besten Angebote aus Österreich 1,05 bis 1,40 Prozent Zinsen auf Tagesgeldkonten. In Deutschland sind es maximal 1,3 Prozent. Natürlich werden Sie in Vergleichen Zinssätze bei 1,5 Prozent finden, diese verspricht die Bank allerdings nur Neukunden, weshalb wir diese Angebote in der Gegenüberstellung beiseitelassen.

Einen Vergleich der besten Angebote finden Sie unter http://www.tagesgeld.at/sparkonten-vergleich/

Laut den aktuellen Konditionen am Markt rentiert es sich also für Deutsche nicht unbedingt, in Österreich ein Tagesgeldkonto zu eröffnen. Das wird sich in den nächsten Jahren allerdings auch nicht ändern. Die Schwankungsbreite der Angebote und Zinsen ist zwar stark, das lässt sich jedoch nicht an einer Nation festmachen, zumindest nicht in diesen Vergleichen, da Österreich und Deutschland nahezu gleichermaßen stabil sind, auch wenn es kleine Differenzen geben mag.

Hervorzuheben ist jedoch, dass die gesetzliche Einlagensicherung in Österreich (http://www.fma.gv.at/) ebenfalls Gültigkeit besitzt. Da das Bankengeheimnis nun in Luxemburg und Österreich ebenfalls mehr oder weniger aufgelöst wird, verliert auch der vermeintlich letzte Vorzug an Bedeutung.

Österreich kurz und knapp:

  • Konto kann einfach und unproblematisch bei einer Bank eröffnet werden
  • keine besseren Zinsen
  • Vorhaben ist nicht wirklich rentabel
  • Einlagensicherung gilt auch hier

Wie lukrativ ist Tagesgeld in der Schweiz?

schweizGeht es um finanzielle Belange, so ist eine Bank in der Schweiz eine sehr interessante Adresse. Es ist hinlänglich bekannt, dass viele gut situierte Anleger das Land der Eidgenossen aufsuchen, da die steuerlichen Vorteile für Ausländer nicht unerheblich sind. Das gilt jedoch nicht für die ganze Schweiz, sondern ist abhängig vom jeweiligen Kanton. Wie steht es aber um ein Tagesgeldkonto in der Schweiz? Ist das überhaupt erlaubt?

Natürlich können Sie auch eine Bank im Ausland aufsuchen, der deutsche Staat verbietet Ihnen das keinesfalls. Allerdings müssen Sie brav Ihre Steuern zahlen, sonst blüht Ihnen Ähnliches wie dem in diesem Artikel schon erwähnten Steuerhinterziehungsfall.

Wenn Sie sich für Tagesgeld interessieren, dann werden Sie in der Schweiz nicht fündig. Diese Anlageform besitzt den Namen „Callgeld“, wird hin und wieder aber auch schlicht „Privatkonto“ genannt. Sonstige Anlageformen, wie etwa Festgeld, besitzen den gleichen Namen. Das Tagesgeld in der Schweiz funktioniert jedoch ein wenig differenziert. Natürlich haben Sie ebenfalls zu jeder Zeit Zugriff auf Ihr Geld.

Allerdings erfolgt die Verzinsung nicht jährlich, monatlich oder wöchentlich. Je nach Bank und ausgehandelten Konditionen, können die Zinsen gar alle 24 Stunden ausgezahlt werden, was einer hohen Zinsmaximierung entspricht. Die Anlagedauer ist dennoch unbestimmt und der Zinssatz variabel.

Welche Besonderheiten hat ein Schweizer Tagesgeldkonto?

schweizer franken

Auch in der Schweiz wird eine Sparform angeboten, die dem Tagesgeld ähnlich ist

Wir sind nun schon auf viele wichtige Bereiche eingegangen. Die Mindesteinlage hat bisher noch keine Erwähnung gefunden, da Sie bei Tagesgeld nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die eine oder andere Bank verlangt jedoch eine Mindesteinlage, die in Deutschland oder Österreich bei 5.000 bis 20.000 Euro im Schnitt liegt.

Die Schweiz ist jedoch ein Land, das sich an Anlegern orientiert, die im Ausland im großen Stile investieren wollen. In diesem Fall müssen Sie damit rechnen, dass im Schnitt um die 100.000 Franken (Stand April 2014: knapp 82.000 Euro) mindestens angelegt werden müssen.

Viele Banken bieten auch die Möglichkeit an, dass das Callgeld in einer Fremdwährung angelegt wird, beispielsweise in Euro, US-Dollar oder Pfund. Hier müssen Sie jedoch enorm vorsichtig agieren, da das Wechselkursrisiko aus einer sehr sicheren Geldanlage ein spekulatives Geschäft mutieren lässt. Allein das Wechseln in die eine Währung und umgekehrt ist mit nicht zu verachtenden Kosten verbunden. Außerdem ist die Einlagensicherung niedriger (bei 100.000 Franken bzw. 80.000 Euro). Im Endeffekt hat dies zur Konsequenz, dass Ihr Geld in der Heimat lukrativer angelegt werden kann, zumindest dann, wenn Sie auf Normalflamme sparen.

Tagesgeld in Liechtenstein – gute Zinsen im Steuerparadies?

lichtensteinZum Abschluss des Artikels beschäftigen wir uns noch mit dem Steuerparadies Liechtenstein (http://www.liechtenstein.li/). Dazu gibt es allerdings nur herzlich wenig zu sagen. Der Sachverhalt gestaltet sich sehr ähnlich zur Schweiz. Allerdings muss erwähnt werden, dass die Mindesteinlage noch höher liegt. Die gesetzlichen und steuerlichen Themen sind gleich. Womöglich können Sie den Sachverhalt besser nachvollziehen, wenn Sie wissen, dass Liechtenstein und die Schweiz keine Grenzkontrollen untereinander durchführen.

Wer nach Liechtenstein einreist, wird vom Schweizer Zoll kontrolliert. Die beiden Nationen arbeiten auf dem Sektor der Banken eng miteinander zusammen. Auch hier gilt: Der durchschnittliche Anleger wird nicht fündig. Wer jedoch ein großes Vermögen gewinnbringend anlegen will, der wird sowohl in der Schweiz als auch in Liechtenstein mit offenen Armen empfangen.

Schweiz und Liechtenstein – kurz und knapp

  • Tagesgeld heißt hier Callgeld oder Privatkonto
  • hohe Mindesteinlagen (über 80.000 Euro) von der Bank gefordert
  • nicht unbedingt attraktivere Zinsen
  • niedrigere Einlagensicherung
  • nur für vermögende Verbraucher und Großanleger geeignet