Festgeldanlage – der große Ratgeber

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Festgeld ist eine Alternative zum Sparbuch

Festgeld, auch bekannt unter den Begriffen „Termingeld“ oder „Zeitgeld“ (Englisch: time deposit), ist eine Anlageform, bei der über einen mittelfristigen Zeitraum hinweg ein Geldbetrag zu einem festen Zinssatz angelegt wird.

So weit, so gut. Was es jedoch genau zu beachten gibt, wenn man sich für eine Festgeldanlage entscheidet, soll im folgenden Ratgeber genau beleuchtet werden.

Das Termingeld – die Definition

Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich beim Festgeld um eine kurz- bis mittelfristige Geldanlage bei einem Kreditinstitut, bei dem die Laufzeit beziehungsweise die Kündigungsfrist einen Monat beträgt. Generell unterscheidet man zwischen zwei Formen der Festgeldanlage.

Abhängig davon, ob der Anleger bei der Bank oder dem Kreditinstitut seiner Wahl eine fixierte Laufzeit bzw. eine bestimmte Kündigungsfrist vereinbart hat, unterscheidet man zwischen Festgeld und Kündigungsgeld.

  • Kündigungsgelder zeichnen sich dadurch aus, dass zwischen der Bank (dem Kreditgeber) und dem Anleger eine fixe Kündigungsfrist vereinbart wird. Sollte der Kunde vor dem Ablauf dieser Frist über das Geld, das er angelegt hat, verfügen wollen, muss dieser erst kündigen und den Zeitraum der vorab vereinbarten Kündigungsfrist abwarten, bis die Geldanlage wieder greifbar ist.

    (Achten Sie also bereits vorab darauf, dass Sie eine recht kurze Kündigungsfrist vereinbaren, um im Fall der Fälle schnell wieder liquide zu werden.) Bis zur vereinbarten Kündigung ist die Anlage unbefristet und aus diesem Grund meist variabel verzinslich. Nach der Kündigung bekommt die Anlage den Charakter einer Festgeldeinlage, für die aus diesem Grund auch ein Festzins vereinbart werden kann.

Generell gilt: Die Zinsgutschrift erfolgt in der Regel bei beiden Arten der Termingelder am Fälligkeitstag der Anlage. Beinahe alle Kreditinstitute und Banken setzen einen Mindestbetrag von ca. 5.000 Euro für die Geldanlage in Fest- oder Kündigungsgeldern fest, um rentable Gewinne zu erzielen.

  • Festgelder zeichnen sich dadurch aus, dass zwischen dem Kunden und der Bank (beziehungsweise dem Kreditinstitut) eine fixe Laufzeit vereinbart wird. Bei dieser wird am Anfang ein Zeitpunkt fixiert, an dem die Fälligkeit der Geldanlage festgelegt wird. Am Ende dieses Zeitraums kann der Kunde bestimmen, dass das Festgeld entweder als Sichteinlage weitergeführt oder verlängert wird. Bei der Verlängerung (auch unter dem Begriff Prolongation bekannt) gilt meist der aktuelle Zinssatz. Während der Laufzeit wird auf jeden Fall ein Zinssatz festgelegt, der bis zur Fälligkeit der Anlage unverändert und aus diesem Grund also konstant bleibt. (Beachten Sie: Eintretende Marktschwankungen bleiben bei dieser Form der Geldanlage unberücksichtigt.)
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Die Geldanlage sollte auch Kurz- und Mittelfristig Erträge liefern

Als Sichteinlage versteht man im Kreditwesen ein Bankguthaben, bei dem keine Laufzeit und auch keine Kündigungsfrist vereinbart wird oder dessen Laufzeit weniger als einen Monat beträgt. Der Anleger kann also jederzeit auf das Geld zurückgreifen, ohne dem kreditführenden Institut vorab Bescheid zu geben.

Wer also verbindlich und über einen gewissen Zeitraum hinweg auf den direkten Zugriff auf sein Erspartes verzichten möchte und vor allem auch verzichten kann, der wird dafür mit hohen Zinsen belohnt. Das Angebot einer Festgeldanlage ist aus dieser Sicht nicht nur ein simples, sondern auch ein einleuchtendes Angebot. Das Portfolio der verschiedenen Banken und Kreditinstitute ist jedoch vielfältig und aus diesem Grund sollte man vorab sehr genau wissen, wieviel Geld angelegt werden kann und vor allem auch über was für einen Zeitraum es angelegt werden kann.

Unter den Begriff Festgeld fallen heutzutage zahlreiche Angebote und Anlageprodukte, die meist nur einen einzigen gemeinsamen Nenner haben: die feste Laufzeit (und eventuell noch den hohen Zinssatz). Die Anlageform eignet sich aus diesem Grund vor allem für einen kurz- oder mittelfristigen Vermögensaufbau und für Anleger, die nicht jeden Moment auf finanzielle Flexibilität angewiesen sind. Einen Anteil seines ersparten Vermögens in Festgeld anzulegen, ist auf jeden Fall eine sehr kluge und in erster Linie sichere Entscheidung.

Für wen sind Festgeldanlagen geeignet?

Da Sie bei einer Festgeldanlage über einen bestimmten Zeitraum hinweg nicht auf das Kapital, das Sie angelegt haben, zurückgreifen können – dieses also in gewisser Weise eingefroren ist – eignet sich eine Festgeld Anlage nicht für jedermann. Erst dann, wenn Sie ein bestimmtes Kapital über mehrere Monate hinweg nicht benötigen, kann sich eine Festgeldanlage auszahlen. Generell kann man sagen, dass sich eine Anlage unter 5.000 Euro nicht rentiert. Die meisten Banken eröffnen auch bereits im Vorhinein kein Festgeldkonto unter einem Betrag von 5.000 Euro.

Info: Wie hoch das Kapital ist, das in die Festgeldanlage gesteckt werden soll, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden. Allerdings sind hier häufig Grenzen gesetzt, da Banken und andere Anbieter eine so genannte Mindestanlagesumme und einen Höchstbetrag festlegen. Die Mindestanlagesumme liegt bei Festgeldern in der Regel zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Der Höchstanlagebetrag ist bei der Festgeldanlage sehr unterschiedlich. Grundsätzlich kann dieser jedoch auch überschritten werden, aber: Der über das Maximum hinausgehende Betrag wird im Regelfall nicht mehr verzinst, zahlt sich also wenn dann nur bedingt aus.

Sollten Sie Festgeld anlegen, dann sollten Sie sich auf jeden Fall sicher sein, dass Sie das Geld über den vereinbarten Zeitraum hinweg nicht benötigen. Festgelder sind also vor allem für jene Menschen eine gute Anlage, die nicht über ein knappes Vermögen verfügen und auch dann nicht auf das Festgeld zurückgreifen müssen, wenn es zu plötzlichen finanziellen Engpässen kommen sollte.

Info: Ein Anlagekonto wie das Festgeldkonto zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht für finanzielle Transaktionen zur Verfügung steht. Im Regelfall ist es also nicht möglich, von einem Festgeldkonto eine Überweisung vom Anlagekonto auf ein fremdes Konto zu tätigen. Auch Abbuchungsaufträge sind bei einem Festgeldkonto nicht durchführbar. Eine Ausnahme bildet das so genannte „Verrechnungskonto“, welches dafür da ist, zahlungstechnisch mit dem Anlagekonto in Kontakt zu bleiben.

Warum in Festgeld anlegen?

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Je länger die Bindung, desto höher normalerweise die Zinsen.

Termingelder dienen ganz und gar der Geldanlage, da diese während der vereinbarten Laufzeit (oder Kündigungsfrist) für den Anleger nicht verfügbar sind. Sollte der Bankkunde bei Festgeldern vor deren Zeitablauf keine neue Weisung erteilen, verlängert das Kreditinstitut die Termineinlage im Regelfall um dieselbe, ursprünglich vereinbarte Laufzeit. Die schon vergüteten Zinsen werden bei der Neuanlage einfach mitverzinst (hier spricht man vom Zinseszinseffekt).

Aufgrund der automatischen Verlängerung wirken Termingelder oft wie mittel- oder langfristige Geldanlagen. Termingelder eignen sich aber generell, vor allem wegen des Zinsnachteils, nicht für langfristige Geldanlagen, sondern sollten gegebenenfalls nur den Zeitraum überbrücken, bis über die Geldanlage für Konsumzwecke, terminlich feststehende Zahlungsverpflichtungen  oder dergleichen verfügt werden muss. So zumindest in der Theorie, in der Praxis werden Termingelder sehr wohl als kurz- oder mittelfristige Sparanlagen verwendet.

Die Sache mit den Zinsen: Die Zinshöhe von Festgeldern hängt immer vom allgemeinen Marktzinsniveau ab, von der Höhe des Festgeldbetrags und dem zuvor vereinbarten Anlagezeitraum.

Info: Festgeldzinsen bezeichnen die Rendite, die Sie bei einer Geldanlage in Festgeld erwirtschaften. Dabei unterscheidet man zwischen den Nominalzinsen und dem effektiven Jahreszins, der die tatsächliche Rendite angibt (und damit auch den Zinseszins-Effekt berücksichtigt).

Generell ist der Zinssatz über eine vereinbarte Anlagedauer hinweg festgeschrieben. Die Anlagezeiträume können in der Regel zwischen 30 und 360 Tagen variieren. Einige Banken bieten darüber hinaus so genanntes „mehrjähriges Festgeld“ an, bei dem, wie der Name bereits sagt, das Festgeld über mehrere Jahre hinweg veranlagt wird. Die Mindestanlagesumme für ein Festgeldkonto liegt allgemein zwischen 5.000 und 10.000 Euro (es gibt auch Banken, die geringere Anlagesummen veranschlagen, diese rentieren sich in der Regel jedoch nicht). Sobald der Anlagezeitraum abläuft, wird das Festgeld zum aktuellen Zinssatz verlängert, wenn nicht fristgerecht gekündigt wird.

Tipp: Sie können mit Ihrem Kreditinstitut oder Ihrer Bank vereinbaren, dass das Geld ohne Kündigungspflicht direkt nach Ablauf der vorab vereinbarten Frist an Sie zurücküberwiesen wird.

Beachten Sie die Abgeltungssteuer. Diese ist eine Besteuerung für Kapitalanlagen, die seit Anfang 2009 in Deutschland besteht. Mit ihr werden von sämtlichen Kapitaleinkünften pauschal insgesamt 25 Prozent Steuern plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer abgezogen. Die Steuerschuld ist damit in der Regel abgegolten und ein eventuell höherer persönlicher Einkommensteuersatz gilt nicht für eine höhere Besteuerung von Kapitalerträgen.

Worum handelt es sich bei einem Verrechnungskonto?

Das Verrechnungskonto ist bei einer Festgeldanlage jenes Konto, das Zahlungen vom Festgeldkonto entgegennehmen und überweisen darf. So kommt dem Verrechnungskonto eine hohe Bedeutung zu. Es muss aus diesem Grund zwangsläufig bei der Festgeldkontoeröffnung benannt werden. Das Verrechnungskonto kann ein herkömmliches Girokonto oder aber auch ein Tagesgeldkonto sein – Letzteres steht wiederum über ein Referenzkonto in Verbindung.

Diese Rechtsgrundlagen gelten in Deutschland: Nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 KWG gilt eine Annahme fremden Kapitals als so genannte Einlagen oder anderer rückzahlbarer Gelder des Anlegers als „Bankgeschäft“, das allein mit der Erlaubnis der Bankenaufsicht „BaFin“ erfolgen darf. Aus diesem Grund sind ausschließlich Kreditinstitute befugt, Termineinlagen entgegenzunehmen.

Welche Banken bieten Festgeldanlagen an?

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Ein Vergleich der Zinsen zeigt Ihnen die besten Angebote

Sparkasse, Ing DiBa, Deniz Bank, Renault Bank – es gibt zahlreiche Banken und Kreditinstitute, bei denen Sie ein Festgeldkonto eröffnen können. Aktuell ist es die Banco Espirito Santo, die mit 2,00% Zinsen (Stand 1.7.2014) die Nase im Zinsvergleich für 12 Monats-Festgeld vorne hat. (Quelle: http://www.festgeld.de/banco-esprito-santo-festgeld.html)

Schauen Sie sich die Angebot der Institute und Banken auf jeden Fall genau an und entscheiden Sie sich erst, wenn Sie sich einen guten Überblick verschafft haben.

Der Festgeld-Vergleich – nutzen Sie einen der angenehmen Rechner

Niemand muss sich mit den niedrigen Zinsen seiner Hausbank zufrieden geben. Wer sein Geld ein Jahr lang gut angelegt wissen will, entscheidet sich also für ein Festgeldkonto. Um jedoch zu wissen, bei welcher Bank man sich ein Festgeldkonto zulegen soll, ist es sinnvoll, einen Festgeld Rechner zu bemühen, der einem schnell und komfortabel auflistet, welche Anbieter für die angestrebte Summe und Anlagedauer die perfekten Zinsen zu bieten haben.

Was tun, wenn das Konto doch vorab gekündigt werden muss?

Generell sollten Sie Ihr Festgeldkonto nicht unter der Laufzeit kündigen müssen. Stellen Sie sicher, dass Sie das zur Seite gelegt Geld nicht angreifen müssen. Sehr wohl sollten Sie sich jedoch Gedanken über die Kündigung am Ende der Laufzeit machen, denn wenn Sie Ihr Konto eröffnen, müssen Sie prüfen, ob Sie am Ende der Laufzeit das Festgeld selbstständig kündigen müssen, da sich der Vertrag andernfalls verlängert. Kurz vor dem Ablauf des Festgeldes bietet es sich also an, einen neuen Festgeldvergleich für 1 Jahr (beziehungsweise wie lange auch immer Sie sich erneut von Ihrem Geld trennen möchten) durchzuführen. Es ist möglich, dass es die Zinsentwicklung sinnvoll macht, einen neuen Anbieter für das Festgeld zu wählen.

Die vorzeitige Kündigung: Da das Festgeldkonto auf eine vereinbarte Dauer angelegt wurde, ist die vorzeitige Kündigung nicht vorgesehen. Falls Sie aber dennoch Ihr Festgeld vorzeitig kündigen wollen, bevor also die Laufzeit beendet ist, sind Sie auf die Kulanz Ihrer Bank oder Ihres Kreditinstitutes angewiesen. Stimmt diese der Auflösung des Festgeldes zu, dann erwartet Sie in aller Regel eine so genannte „Vorfälligkeitsentschädigung“, da die Bank nicht über den zuvgesagten Zeitraum mit Ihrem Geld wirtschaften kann. Die Gebühr kann so hoch sein, dass diese nicht nur die bisherigen Zinsen verschlingt, sondern sogar Verluste beinhaltet. Aus diesem Grund sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie Ihr Festgeld kündigen wollen oder Sie nicht möglicherweise anderweitig an Geldmittel kommen.

Die richtige Laufzeit wählen: Je länger das Geld liegen bleiben darf, desto höher ist in der Regel auch der Gewinn. Folgende Tabelle soll Ihnen helfen, die perfekte Laufzeit zu wählen. Auch der Vergleich von Banken und Kredit-Instituten sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

  • Festgeld für 6 Monate: Schließt man ein Festgeld-Konto für 6 Monate ab, dann in der Regel aus dem Grund, dass man schon bald wieder mit dem angelegten Kapital wirtschaften möchte. Das zahlt sich vor allem dann aus, wenn man nach einem geeigneten Instrument sucht, um zu einem bestimmten Zeitpunkt über eine fixierte Summe an Geld zu verfügen. Das Festgeldkonto erzielt in diesem Fall jedoch nur wenig mehr Rendite, als das mit Tagesgeld möglich wäre. Wählen Sie einen so kurzen Zeitraum also nur dann, wenn Sie davon ausgehen können, dass die Zinsentwicklung des Festgeldes sehr bald wieder positiver verläuft.
  • Festgeld für 12 Monate: Festgeld für ein volles Jahr anzulegen ist eine überschaubare Entscheidung, bringt etwas mehr Rendite als nach einem halben Jahr, ist aber nach wie vor mit eher wenig Gewinnspanne verbunden. Führen Sie aus diesem Grund einen Festgeldvergleich auf ein Jahr durch, so lassen sich die besten Konditionen finden.
  • Festgeld für zwei Jahre: Innerhalb von zwei Jahren bindet man sich bereits sehr stark an die Bank oder das Geld gebende Institut. Jetzt zahlt sich das Tagesgeld schon nicht mehr richtig aus, aber es locken auch höhere Zinsen. Wählen Sie jene Bank, bei der Sie davon ausgehen können, dass die Zinsentwicklung mittelfristig stabil bleibt oder sich sogar verschlechtert.
  • Festgeld für drei Jahre: Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Sie die eingezahlte Summe nicht so schnell wieder benötigen. Die Rendite ist, gemessen an der Sicherheit, bei einer dreijährigen Bindung ausgesprochen gut.
  • Festgeld für fünf Jahre: Die Anbieterauswahl ist eingeschränkt, denn diesen Schritt sollten Sie nur bei sehr hohem Zinsniveau gehen.
  • Festgeld für zehn Jahre: Es gibt nicht viele Anbieter, die eine Festgeldanlage über zehn Jahre ermöglichen, vor allem dann nicht, wenn es sich um geringe Summen handelt. Diese Option sollten Sie auch nur dann wählen, wenn Sie ausreichend Rücklagen haben, um Ihr Kapital so lange entbehren zu können. Auch hier sollte ein sehr hohes Zinsniveau vorausgesetzt sein.