Ein Sparbuch in Österreich – Welche Vorteile habe ich?

österreichDie Banken sind stabil, windige und wenig sichere Titel haben kaum Eingang in die Depots gefunden, das Sparbuch hat Tradition: In Österreich ist die Welt des Geldes noch in Ordnung. Kein Wunder, dass die Sparquoten in der Alpenrepublik, die bei über 10 Prozent liegt, internationale Spitzenwerte erreichen.

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Das Sparbuch gehört dabei zu den beliebtesten Anlageformen: Ob variabel oder fest verzinst, das österreichische Sparbuch ist sicher, risikoarm und renditestark. Bevor sich Kunden für ein Sparbuch entscheiden, sollten Sie allerdings einige Tipps beachten: Achten Sie vor Abschluss des neuen Sparbuchs auf den Anlagezweck und die Bindungsfrist, die Sie sich wünschen, vergleichen Sie die Konditionen der Banken und verhandeln Sie ruhig den Zinssatz, falls Sie sich für Sparbücher mit variablem Zins entscheiden.

Legen Sie Ihr Geld nicht fristenkonform an – eine zu kurze Laufzeit bedeutet ein Verlust an Zinsen, eine zu lange kann Zinsverlust durch Vorschusszinsen mit sich bringen. Überlegen Sie also, welchen Sparzielen Sie Priorität einräumen. Eine beliebte Alternative zum klassischen Sparbuch ist das Tagesgeld: Es vereint Sicherheit, Flexibilität und Rendite. Beim Tagesgeldkonto steht das Ersparte jederzeit zur Verfügung. Eine weitere Alternative ist das Festgeld – bei dieser Anlageform werden die Einlagen ebenfalls längerfristig gebunden.

Welches sind die Vorteile des klassischen Kapitalsparbuchs?

  • fixe Zinsen für feste Laufzeiten
  • hohe Sicherheit durch österreichische Einlagensicherung
  • unterschiedliche Sparmöglichkeiten – von Kapital- bis Prämiensparen

Welchen Ertrag bringt ein Sparbuch?

geld in österreich anlegenDer Ertrag, also die Rendite des Sparbuchs hängt natürlich vom Anlagebetrag ab. Hinzu kommen noch weitere Faktoren wie aktuelles gesamtwirtschaftliches Zinsniveau, Veranlagungsdauer etc. Grundsätzlich sollten Anleger ihre Sparziele bereits im vorne herein festlegen und sich anschließend für das ein oder andere Sparbuch entscheiden.

Welche Arten von Sparbüchern gibt es?

Die Sparcards

Als Sparcards werden Sparkonten bezeichnet, deren Einlagen täglich fällig sind. Je höher der angelegte Betrag, umso höher auch der Zinssatz. Die Sparcards sind nicht für den täglichen Zahlungsverkehr geeignet. Vorteile der Sparcards sind die hohe Flexibilität – die geht allerdings zu Lasten des Zinssatzes. Sparcards sind ideal für alle, die vorübergehend Geld anlegen möchten und sich wünschen, das dieses Ersparte jederzeit zur Verfügung steht.

Das  Kapitalsparbuch

Das Kapitalsparbuch ist ideal für Anleger, die eine höhere Anlagesumme über einen längeren Zeitraum anlegen möchten. Beim Kapitalsparbuch steht der Zinssatz für die vereinbarte Laufzeit bereits im vorne herein fest – ähnlich wie beim Festgeldkonto. Laufendes Ansparen ist, im Gegensatz zu Prämiensparbuch und Sparcards, nicht möglich. Der zu veranlagende Betrag wird zu Beginn der Vertragslaufzeit einbezahlt, einmal im Jahr werden die Zinsen ausgeschüttet. Beim Kapitalsparbuch wird meist ein Mindestzinsbetrag vereinbart. Üblich sind Laufzeiten von 12, 36 oder 60 Monaten. Je länger die Laufzeit, umso höher die Kapitalerträge.

Das Prämiensparbuch

Das Prämiensparbuch eignet sich für alle, die gern regelmäßig, also entweder monatlich oder z.B. vierteljährlich Geld ansparen möchten. Die Zinssätze des Prämiensparbuchs sind variabel, die möglichen Laufzeiten liegen zwischen zwei und vier Jahren.

(mehr auch unter http://www.oenb.at/apps/risiko_ertrag/wissensboerse/factsheets-sparbuch.html)

Unterschieden werden kann zudem noch zwischen Namens- und Losungssparbuch.

Was ist der Unterschied zwischen einem Namens- und Losungssparbuch?

sparschweinDas klassische Sparbuch ist inhabergebunden, das bedeutet, dass nur derjenige, der mit seinem Namen das Sparbuch eröffnete, dieses auch einlösen kann. Allerdings gibt es zwei Arten von Sparbüchern – Das Namens- und das Losungswort-Sparbuch. Welches Sparbuch eröffnet werden kann, hängt von der Guthabenhöhe ab:

Das Losungswort-Sparbuch kann für Beträge bis zu 15.000 Euro eröffnet werden. Wer Ausweis, Sparbuch und Losungswort kennt, darf über das Sparguthaben verfügen. Bis 2010 war für das Losungswort-Sparbuch kein Ausweis nötig. Diese komplette Anonymität ist seit dem 1. November des Jahres 2010 allerdings nicht mehr möglich – der Kunde, der Geld vom Sparbuch abheben möchte, muss sich nun identifizieren. Das Losungswort-Sparbuch lautet auf einen Begriff oder auf eine Nummer.

Das Namens-Sparbuch wird bei Guthaben über 15.000 Euro angewandt. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Jene Kunden können mittels Unterschrift über das Sparguthaben verfügen, auf die das Sparbuch lautet und die den dazugehörigen Ausweis vorweisen können. Das Namenssparbuch kann auf den Namen des Kontoinhabers lauten, auf eine Bezeichnung oder auf eine Nummer.

(Quelle: http://www.sparbuch.info/)

Welche Unterlagen werden für die Eröffnung des Sparbuches benötigt?

Sie müssen sich am Bankschalter legitimieren und einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen. Es ist nötig, mit dem Schalterbeamten persönlich in Kontakt zu treten.

Ist ein Sparbuch in Österreich noch anonym?

sparbuch österreichNein, kein Sparbuch in Österreich ist mehr komplett anonym. Am 1. November 2000 wurde die Anonymität aufgehoben. Zwar sind die Sparbücher noch anonym, doch die Abhebungen sind es nicht mehr: Wer von einem anonymen Sparbuch Geld abheben möchte, muss seine Identität preisgeben und persönlich mit dem Bankangestellten in Kontakt treten. Das österreichische Bankgeheimnis wurde also gelockert – und ist nicht mehr anonym, jedoch noch immer recht diskret.

(mehr auch unter http://www.focus.de/finanzen/)

Vier Tipps für das Sparbuch aus Österreich:

  • Zinsen vergleichen: Auch in Österreich empfiehlt sich ein Vergleich der Sparzinsen – evtl. können Kunden auch mit der Hausbank über die Sparbuchzinsen verhandeln. Einen unabhängigen Zinsvergleich bietet der Bankenrechner der AK, der Arbeiterkammer Österreich.
  • Zinsfallen vermeiden: Wird von gebundenen Sparbüchern vorzeitig Geld abgehoben, müssen Vorschusszinsen bezahlt werden (Ein Promille pro Monat der abgehobenen Geldsumme). Der Zinsertrag schrumpft!
  • Kostenkontrolle: Achten Sie auf Kosten wie Kontoführungs- oder Behebungsgebühren
  • Schließungsspesen verhandeln: Wer ein Sparbuch aufhebt, muss Schließungsspesen bezahlen. Auch dieser Kostenposten ist durchaus mit der Bank verhandelbar

Können Deutsche in Österreich ein Sparbuch eröffnen?

Ja, das ist ohne weiteres möglich. Ein Euro-Sparbuch ist eine einfache Geldanlage, die von allen österreichischen Banken angeboten wird. Bei der Eröffnung muss sich der neue Inhaber selbst legitimieren ausgestellt wird das „Losungssparbuch“ allerdings nicht unbedingt auf den Namen – sondern auf einen Überbringer. Gesichert wird das Sparbuch mit einem Begriff oder auf eine Nummer. Der Überbringer, der Losungswort oder Nummer nennen kann, kann über den Sparbetrag verfügen.

Müssen Deutsche  Steuern zahlen?

steuern finanzamtWer mit einem Sparbuch aus Österreich die Abgeltungssteuer sparen möchte, wird wohl enttäuscht: Laut einem grenzüberschreitenden Abkommen müssen deutsche Bundesbürger in Österreich Abgeltungssteuer bezahlen – sie wird an die deutschen Steuerbehörde weitergeleitet, allerdings anonym. Seit dem 1. Juli 2012 zieht Österreich 35 Prozent EU-Zinssteuer bzw.  EU-Quellensteuer ein und führt rund 75 % dieser Summe nach Deutschland ab.

Wer anonym bleiben möchte, kommt an diesem Steuerabkommen nicht vorbei. Wer „nur“ eine Quellensteuer von 25 Prozent bezahlen möchte, also so viel, wie in Deutschland üblich, muss die Zinserträge durch das österreichische Konto bei der Steuererklärung angeben. Dann erhält der Kunde eine Steuergutschrift in Höhe dieser 10 Prozent.

Seit April 2012 sind auch Veräußerungsgewinne aus Finanzvermögen und Aktien generell steuerpflichtig. Nun fällt ein Kapitalertragssteuerabzug von 25 Prozent an. Papiere, die vor 2010 gekauft wurden, können weiterhin steuerfrei gekauft werden.

Lohnt sich das Sparen in Österreich für Bundesbürger?

Derzeit (Stand 2013) sind österreichische Sparer nicht gerade zu beneiden – die deutschen allerdings auch nicht. Der durchschnittliche Zins für neu gebundene Sparbücher in Österreich liegt bei etwa 1,04 Prozent pro Jahr – in Deutschland bei 1,01 Prozent. Ob ein Sparbuch nun in Deutschland oder Österreich eröffnet wird – die Unterschiede im Zinsniveau sind derzeit nicht eklatant. Sobald die Zinsen jedoch steigen, kann sich dies durchaus wieder ändern.

Wie hoch sind die Gebühren für ein Sparbuch in Österreich?

Die Gebühren für Sparbücher in Österreich sind mit jenen in Deutschland vergleichbar. Dabei sind sie von Bank zu Bank sehr unterschiedlich – zum Teil sogar innerhalb der eigenen Bankengruppe. Meist sind es, genauso wie in Deutschland, auch in Österreich die Direktbanken, die Kunden attraktive Zinsen anbieten. Hinsichtlich der Anonymität bietet sich allerdings nicht unbedingt ein österreichisches Online-Konto an: Wer als Deutscher ständig auf einem österreichischen Online-Konto unterwegs ist, kann Steuerermittlern einen begründeten Verdacht für weitere Recherchen liefern. Die deutsche Steuerbehörde könnte anschließend in Österreich Amtshilfe beantragen.

Welche österreichischen Kreditinstitute bieten renditestarke Sparbücher an?

Wie erwähnt sind es auch in Österreich vor allem die Direktbanken, die Kunden attraktive Zinsen bieten.  Einige Anbieter von renditestarken Sparbüchern in Österreich:

  • direktanlage.at
  • Denizbank
  • Hypo Vereinsbank
  • Erste Bank
  • Unicredit Bank
  • BAWAG PSK

Ist das Sparbuch in Österreich abgesichert?
sparbuch sicher
Ja, die Spareinlagen in Österreich sind sicher – selbst dann, wenn das Kreditinstitut Konkurs anmelden muss oder zahlungsunfähig wird. Auch in Österreich werden die Einlagen der Sparer durch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds bis zu einem maximalen Betrag von 100.000 Euro abgesichert. Gesichert sind Sparbücher, Guthaben auf Konten und Bausparverträge bei österreichischen Instituten.

Einige Banken sind zusätzlich im freiwilligen Einlagensicherungsfonds vertreten und bieten eine zusätzliche Absicherung, die über den gesetzlichen Maximalbetrag von 100.000 Euro hinausgeht. (Quelle und mehr: http://www.arbeiterkammer.at/online/einlagensicherung-40904.html)

Tipps für Sparer – in Österreich und Deutschland:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig die Verzinsung ihrer Sparbücher – vor allem jene mit Bindungsfrist. Schauen Sie sich bei der Konkurrenz um, falls Sie mit der Verzinsung nicht zufrieden sind.
  • Auch die Laufzeiten bzw. Bindungsfristen sollten regelmäßig überprüft werden. Entsprechen diese noch ihrem Anlagezweck (Sparen für Wohnung, Notpolster etc.)
  • Für sogenannte „Notgroschen“ eignen sich Prämiensparbücher oder Tagesgeldkonten besser als Kapitalsparbücher.  Eine Behebung des Ersparten sollte jederzeit möglich sein, ohne dass Zinsen reduziert werden oder Kosten anfallen
  • Erkundigen Sie sich vor Abschluss eines Kapitalsparbuches nach der Zinsstaffel für vorzeitige Behebungen
  • Legen Sie nur dann Spardaueraufträge an, wenn Sie auch wissen, dass Ihr Konto fast immer gedeckt ist. Ansonsten fallen teure Überziehungszinsen an, falls Sie wegen der Daueraufträge ins Minus rutschen.