Der Unterschied zwischen Sparbuch und Tagesgeld

Wenn es darum geht Geld zu sparen oder anzulegen, so sind sich die meisten Deutschen einig. Das Sparbuch ist noch immer die beliebteste Form des Sparens. Aktuell liegen nach den Angaben der Bundesbank rund 102 Milliarden Euro auf den Sparbüchern. Doch ob ein Sparbuch wirklich die beste aller möglichen Sparformen ist, darf durchaus in Zweifel gezogen werden. Ein Vergleich zwischen dem Sparbuch und einem Tagesgeldkonto kann zeigen, welche Anlageform für den Sparer größere Vorteile bietet.

Achten Sie auf Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit

Die drei wichtigsten Aspekte einer Anlageform sind Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit. Sparbuchbesitzer pochen gern auf die Sicherheit ihres Geldes. Sie übersehen aber dabei, dass auch das Tagesgeld eine geschützte und sichere Form der Anlage ist. Bei allen Belangen der Sicherheit gibt es keinen Unterschied zwischen einem konventionellen Sparbuch und einem Tagesgeldkonto. Beide gehören zu den sogenannten Sichteinlagen. Diese Gelder sind sowohl gesetzlich als auch durch Zusammenschlüsse und Sicherheitsfonds der Banken geschützt und können nicht verloren gehen. Sparbuch und Tagesgeld sind also gleichwertig sichere Geldanlagen.

Tagesgeld ist täglich verfügbar

täglich verfügbares geld

Ihr Geld sollte täglich verfügbar sein

Bei der Verfügbarkeit oder Liquidität der Gelder stellt sich die Situation bereits anders dar. Die Mittel, die auf einem Tagesgeldkonto liegen, sind in der Regel täglich verfügbar. Von einem solchen Konto kann der Inhaber jede verfügbare Summe auf sein Girokonto überweisen. So ist das Geld jederzeit und in jeder Höhe verfügbar.

Bei einem Sparbuch gibt es jedoch Einschränkungen. Bei vielen Banken gilt, dass man von einem Sparbuch nur 2.000 Euro monatlich abheben kann. Wer eine größere Summe benötigt, muss das dem Geldinstitut drei Monate vorher ankündigen. Erst dann kann man über das Geld verfügen. Die Auflösung des gesamten Sparbuches kann ebenfalls nur nach einer dreimonatigen Kündigungsfrist erfolgen.

Bessere Rendite als auf dem Sparbuch

Euroscheine und RechnerDie Rendite ist das stärkste Argument für ein Tagesgeldkonto und gegen das Sparbuch. Fachleute bezeichnen das „gute alte Sparbuch“ denn auch als Zinsgrab, sprechen von verschwendetem Geld. Die Zinsen eines Tagesgeldkontos sind in den meisten Fällen höher als die Rendite, die mit einem Sparbuch erzielt werden kann. Damit erhöht sich natürlich das auf einem Tagesgeldkonto angelegte Vermögen schneller und effektiver als auf dem Sparbuch.

Nun sind die Zinsen keine starre Größe, die unveränderbar und für alle Zeiten Gültigkeit hat. Sowohl beim Sparbuch als auch beim Tagesgeldkonto können sich die Zinsen ändern. Doch dessen Erträge sind aktuell in jedem Fall höher. An dieser Stelle sei vor Lockangeboten mit sehr hohen Zinsen auf Tagesgeldkonten gewarnt. Diese hohen Erträge gelten meistens nur für einen bestimmten Zeitraum. Danach werden die Zinsen meistens wieder zurückgesetzt und dem Markt angepasst.

Zusammenfassend sind die Vorteile eines Tagesgeldkontos offensichtlich:

  • Die Geldanlage ist so sicher wie bei einem Sparbuch
  • Die Liquidität ist sehr hoch, denn das Geld ist zu jeder Zeit und in jeder Höhe verfügbar
  • Die Zinsen für ein Tagesgeldkonto sind definitiv höher als für ein Sparbuch
  • Der Kampf gegen die Inflation wird mit einem Tagesgeldkonto erfolgreicher geführt als mit dem Sparbuch
vorteile von tagesgeld und sparbuch

Tagesgeld hat Vorteile gegenüber dem Sparbuch

Im August dieses Jahres stützte die Online-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ mit einem Bericht diese Aussagen. Zum ersten Mal wurde ein Langzeitvergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeldkonto durchgeführt.

Der Düsseldorfer Finanzexperte Udo Keßler hat für diese Untersuchung die Daten und Fakten der Bundesbank und der Finanzberatung FMH in Frankfurt herangezogen. Der Journalist und Schriftsteller hat die Zinsunterschiede zwischen Sparbuch und Tagesgeld berechnet.

Das Ergebnis: Ein Betrag von 10.000 Euro hätte innerhalb von zehn Jahren rund 1.100 Euro mehr Zinsen gebracht als auf einem Sparbuch mit üblicher Verzinsung.

Die weiteren Fakten der Untersuchung machen deutlich, wie schlecht die Verzinsung der Gelder auf einem Sparbuch ist. Nach Angaben der Finanzberatung FHM lagen die Zinsen im März 2012 bei gerade einmal 0,62 Prozent. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre war die Verzinsung mit 0,99 Prozent zwar etwas höher, kann aber nicht wirklich überzeugen. Trotz der schlechten Rendite und andererseits doch oft recht guten Angeboten für Tagesgeldkonten lassen die Deutschen nicht von ihrem Sparbuch ab, auch wenn sie damit auf Zinsen in Milliardenhöhe verzichten.

Udo Keßler vermutet, dass sich daran nichts ändern wird: „Viele Anleger werden dem Sparbuch selbst dann noch treu bleiben, wenn Banken gar keine Zinsen mehr zahlen.“ (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/geld/sparbuch-verschenktes-geld-1.1324704)

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